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#Recap: Online Fraud Forum 2019

RISK IDENT | 15.10.2019

Der Online-Betrug boomt! Längst haben sich Verbrecher zu organisierten Banden zusammengeschlossen und über das Darknet vernetzt. Doch wie genau können sich betroffene Unternehmen aufstellen, um gegen Online-Betrüger anzukämpfen? Antworten darauf gab es am 19. September auf dem Online Fraud Forum von Risk Ident.

Bereits zum fünften Mal tauchten rund 150 Teilnehmer, tätig in den Bereichen Payment, Riskmanagement und Fraud Prevention, aus über 80 Unternehmen der Branchen E-Commerce, Telekommunikation, Banking, Ticketing, Gaming, Behörden uvm. in die Welt der Online-Betrüger ein. Unter dem Motto „Die 4 Blickwinkel auf den Online-Betrug“ erwarteten die Teilnehmer in diesem Jahr neben Fachvorträgen eine Panel-Diskussion, vertiefende Roundtables mit Experten aus der Betrugsprävention und Networkingmöglichkeiten.

Treffpunkt der Experten

Den Anfang machten Piet Mahler und Felix Eckhardt, die den Fachaustausch im Empire Riverside Hotel in Hamburg eröffneten. Cybersecurity-Experte Uli Ries startete die Vortragsreihe und gab Einblicke in das Daily-Business von Betrügern. Er klärte die Teilnehmer zunächst über die verschiedenen Definitionen von Dark Web, Dark Net und Deep Web auf und skizzierte, wie Betrüger in den Foren vorgehen. Sein Rat für die Teilnehmer: Man sollte sich mehrere Accounts in den Foren anlegen, um mitzudiskutieren und zuzuhören – denn nur wer die andere Seite kennt, kann ihr einen Schritt voraus sein.

Geschäftsführer Piet Mahler und Felix Eckhardt begrüßen die rund 150 Teilnehmer
Rund 150 aus über 80 Unternehmen nutzen die Gelegenheit.
 

Prevention statt Detection

Kim Otto und Peter Burmeister beleuchteten die Historie der Betrugsprävention von Otto, gefolgt von Kriminalbeamtin Dr. Miriam Sieck, die Möglichkeiten und Grenzen der Hamburger Polizei bei der Verfolgung von Online-Betrügern aufzeigte. Während ein gefasster Täter aus Sicht der Polizei als Erfolg zu verbuchen ist, bedeutet Erfolg aus Unternehmensseite, dass es erst gar nicht zum Betrugsfall kommt. Prevention statt Detection lautet deshalb die Lösung für Otto – auch vor dem Hintergrund, dass sich eine Strafverfolgung wirtschaftlich nicht lohnt. Die folgende Panel-Diskussion mit den Vortragenden verdeutlichte die Diskrepanz zwischen den verschiedenen Blickwinkeln.

Nachmittags eröffneten die Roundtables den Teilnehmern die Möglichkeit, sich in einem kleineren Kreis unter Leitung eines Experten auszutauschen. In fünf unterschiedlichen Roundtables wurde u.a. über aktuelle Betrugsmuster im eCommerce und Finance, die Implementierung von PSD2 bei Händlern und das Zusammenspiel von Mensch und KI in der Betrugsprävention diskutiert.

Die Panel-Diskussion mit den Vortragenden verdeutlichte die Diskrepanz zwischen den vier Blickwinkeln.
Nachmittags eröffneten die Roundtables den Teilnehmern die Möglichkeit zum Experten-Austausch.
 

Die Online-Betrugswelt von morgen

Abgerundet wurde das Event mit einer Reise in die Zukunft. Trendforscher Nils Müller warf einen Blick in die Glaskugel und das Jahr 2030 – was gefühlt noch weit entfernt ist. Doch der Hinweis auf das exponentielle Wachstum der Digitalisierung verdeutlichte, dass das Morgen schneller da ist, als uns lieb ist. Seine Warnung: Die heutigen Unternehmen machen derzeit ihre Hausaufgaben von gestern – sie seien nicht zukunftsgerichtet genug.

Auf folgende drei Metatrends (von 30) muss sich laut Müller insbesondere die E-Commerce-Branche vorbereiten:

Der Mensch entwickelt sich zum Augmented Human. Dabei spielen insbesondere Daten eine elementare Rolle, die in die reale Welt wandern, in den dreidimensionalen Raum. Möglich machen dies die Augmented Reality, mit der Daten nicht mehr zweidimensional auf einem Bildschirm angeguckt werden, sondern durch immer kleinere und bessere AR-Brillen im Raum erlebbar werden.

Im Rahmen von Future Commerce werden Dinge nicht mehr nach Hause bestellt – der ganze Shop befindet sich bereits zu Hause. Müller zeigte live auf der Bühne einen virtuellen Kleiderschrank, der die eigenen Kleider mit dem virtuellen Angebot von Otto, Amazon und Co. matchte.

Auch der Kollege wird in Zukunft durch einen Avatar ersetzt – beispielsweise in Service-Berufen wie am Bankschalter oder einer Hotelrezeption. Die KI im Hintergrund ermöglicht dem Avatar, in Echtzeit Gespräche zu führen und passende Antworten zu geben. Ob wir in Zukunft dann wirklich mit unserem Freund oder nur seinem Avatar chatten, wird nicht mehr erkennbar sein.

Nach diesem Science Fiction „Schock“ freuten sich die Teilnehmer darauf, ihre Gedanken bei einem kühlen Bier wieder ins Hier und Jetzt zu bringen.

Mit Trendforscher Nils Müller warfen die Teilnehmer einen Blick ins Jahr 2030.
Live in action: Der Blick in die Glaskugel ins Jahr 2030
 

Otto Group Digital Solutions

Die Otto Group Digital Solutions (OGDS) ist der Corporate Company Builder der Otto Group – mit dem Ziel, neue und attraktive Geschäftsmodelle im handelsnahen Dienstleistungsbereich zu identifizieren, aufzubauen und zu etablieren.